Schweizer Sieg bei RuZ-Vorglühen!
Seit 2009 ist der vorabendliche Prolog ein fester Bestandteil von „Rund um Zschopau“. Zunächst im Areal des alten MZ-Werkes ausgetragen, wechselten die Veranstalter vor drei Jahren nach Hohndorf. Seither wird dort, teils in der Halle, teils im Außenbereich mit viel Herzblut ein spektakulärer Parcours errichtet, bei dem Fahrer und Zuschauer gleichermaßen auf ihre Kosten kommen. Erneut waren zahlreiche Fans erschienen und die Ränge bestens gefüllt, als gleich zu Beginn des Abends der Südafrikaner Blake Gutzeit eine sehenswerte Fahrt hinlegte. Scheinbar spielerisch ließ der SuperEnduro-Juniorenweltmeister von 2017 Hindernisse, wie Steinfelder, querliegende Baumstämme oder gar eine hölzerne Hängebrücke hinter sich, bei denen sich andere Fahrer deutlich schwerer taten.
Die Zeit des Yamaha-Fahrers von 2:00,07 Minuten schien wie in Stein gemeißelt. Immer wieder bissen sich die folgenden Akteure an dieser sensationellen Vorgabe die Zähne aus. Richtig eng wurde es allerdings, als Christian Brockel um den Kurs flog. Auch er scheute kein Risiko, nahm eine Holzstamm-Matrix komplett im Sprung. Als er die Lichtschranke querte hielt das Publikum den Atem an. Dann blinkte die Zeitanzeige auf: 2:01,66 Minuten.
Nur wenige Paarungen später stand Pascal Springmann am Start, der bekannt dafür ist, beim Prolog immer mit erstklassigen Zeiten zu glänzen. Und auch diesmal wurde er seinem Ruf vollkommen gerecht, meisterte jedes Hindernis schnell, präzise und fehlerlos! Als er das Ziel querte blinkten 2:01,49 Minuten auf. Platz zwei, doch um Blake Gutzeit vom „Hot-Seat“ zu verdrängen reichte es nicht ganz.
Jan Schäfer, wie auch Tim Apolle scheiterten ebenfalls knapp, bevor sich im vorletzten Duell des Abends die zwei E1-Fahrer Andreas Beier und Jonathan Rossé gegenüber standen. Beide legten los wie die Feuerwehr, lagen Kopf an Kopf, ehe sich der Schweizer einen Vorteil verschaffen und leicht absetzten konnte. Der Yamaha-Fahrer fuhr, vom stimmungsgeladenen Publikum getragen, wie entfesselt und brannte tatsächlich eine Zeit von unter zwei Minuten auf den Parcours! 1:59,68 Minuten – die neue Bestzeit!
Im letzten Duell des Abends standen sich Dennis Schröter und Edward Hübner gegenüber und boten ebenfalls ein sehenswertes Rennen, doch die Spitzenzeit blieb bestehen. So gewann mit Jonathan Rossé erstmals ein Schweizer den Prolog, das vorabendliche Vorglühen von „Rund um Zschopau“. „Ich bin überglücklich“ strahlte der, mit einem Scheck über 200,- Euro belohnte Sieger, „ich habe gepusht, gepusht, gepusht, wie immer. Nur bin ich diesmal komplett fehlerlos durchgekommen. Wirklich grandios!“ Blake Gutzeit, am Ende doch noch knapp abgefangen, zeigte sich keineswegs enttäuscht. „Es war ein großartiger Abend. Und ich gönne es Jonathan von Herzen“, freute sich der Südafrikaner für seinen Team-Kollegen.

Doch das war erst der Vorgeschmack, auf das was morgen noch kommen wird. Ab acht Uhr geht es für die DEM-Fahrer für drei Runden mit je vier verschiedenen Sonderprüfungen auf die Strecke. Alle anderen Klassen müssen sich zwei Runden durch die Erzgebirgslandschaft rund um Zschopau kämpfen.